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7 Wege, Kunst aufzuhängen: Von der Petersburger Hängung bis zur Rasterwand

From salon-style clusters to precise grid walls — seven proven hanging methods, when to use each, and the spacing rules that make them work.

Abstract landscape art print by Dan Hobday, framed in oak, hanging in a bright living room

KAUFRATGEBER · 9 Min. Lesezeit · Kuriosis Studio Team, Berlin · April 2026

Du hast die Prints. Du hast die Rahmen. Und jetzt? Wie du Kunst an einer Wand arrangierst, ist genauso wichtig wie das, was du aufhängst. Dieselben drei Prints können zufällig und zusammengewürfelt wirken – oder bewusst und ausgewogen. Der Unterschied liegt in der Hängemethode, die du wählst.

Hier sind sieben verschiedene Ansätze, vom dichten Maximalismus der Petersburger Hängung bis zur ruhigen Wirkung eines einzelnen Statement-Stücks. Jeder eignet sich für andere Räume, andere Printmengen und andere Temperamente.

1. Salon-Stil (Petersburger Hängung)

Die ursprüngliche Galeriewand. Im Paris des 18. Jahrhunderts hängten die jährlichen Salon-Ausstellungen Gemälde vom Boden bis zur Decke, Kante an Kante, jeden Zentimeter Wandfläche füllend. Der Begriff Petersburger Hängung verweist auf die Eremitage in St. Petersburg, wo die kaiserliche Sammlung auf dieselbe Weise präsentiert wurde.

Heute steht der Salon-Stil für eine dichte, eklektische Anordnung gemischter Formate und Rahmenstile. Es ist die großzügigste Methode – es gibt keine strengen Regeln für Ausrichtung oder Abstände. Das Ziel ist Fülle und Energie, nicht Präzision.

Am besten für: Große Wände mit mindestens 5–8 Prints. Wohn- oder Esszimmer, Ateliers oder Kreativräume. Hoch- und Querformate dürfen frei gemischt werden.

Die wichtigste Regel: Auch im scheinbaren Chaos solltest du eine lockere Mittellinie bei 145 cm vom Boden einhalten. Die Gesamtmasse sollte verankert wirken, nicht nach oben zu schweben.

2. Rasterhängung

Das Gegenteil des Salon-Stils. Ein streng geordnetes Raster aus identischen Rahmen, gleichmäßig beabstandet in Reihen und Spalten. Denk an Warhols Siebdrucke oder das Kontaktbogen-Raster eines Fotografen – auf Wandgröße gebracht.

Die Rasterhängung funktioniert am besten mit Prints im gleichen Format – A3 ist dabei am vielseitigsten – und durchgehend der gleichen Rahmenfarbe. Sie wirkt architektonisch präzise und liest sich als eine einzige große Installation, nicht als Sammlung einzelner Werke.

Am besten für: Moderne Interieurs, über Sideboards oder Schreibtischen. Serien eines Künstlers oder Prints, die durch ein starkes Farbthema verbunden sind. Mindestens 4 Prints (2×2), idealerweise 6 (2×3) oder 9 (3×3).

Die wichtigste Regel: Die Abstände müssen überall identisch sein – typischerweise 5 cm zwischen den Rahmen. Verwende eine Wasserwaage. Ein Rahmen, der 2 cm versetzt ist, ruiniert das gesamte Raster.

3. Reihenhängung

Eine einzelne horizontale Linie von Prints, ausgerichtet an ihrer Mitte oder Oberkante. Das ist die Methode, die Museen am häufigsten bei Wechselausstellungen nutzen – klar, fokussiert, von links nach rechts leicht zu erfassen. Die Tate setzt diesen Ansatz in den meisten ihrer modernen und zeitgenössischen Galerien ein.

Die Reihenhängung erzeugt eine starke horizontale Linie, die einen Raum breiter wirken lassen kann. Sie eignet sich besonders gut für schmale Bereiche: Flure, Korridore, über einer Küchentheke oder entlang eines Treppenabsatzes.

Am besten für: 3–5 Prints, schmale oder längliche Wände. Flure und Korridore. Funktioniert auch mit gemischten Formaten, solange die Mittellinie einheitlich bleibt.

Die wichtigste Regel: Die horizontale Mitte jedes Prints auf gleicher Höhe ausrichten. Bei unterschiedlichen Formathöhen werden Ober- und Unterkanten ungleichmäßig sein – das ist so gewollt. Entscheidend ist, dass der visuelle Mittelpunkt konstant bleibt.

4. Kantenhängung

Ähnlich wie die Reihenhängung, aber an einer Kante statt an der Mitte ausgerichtet. Die Ausrichtung an der Oberkante erzeugt eine starke architektonische Linie oben, während Prints unterschiedlicher Höhe nach unten abfallen. Die Unterkanten-Ausrichtung kehrt diesen Effekt um.

Diese Methode ist dynamischer als die mittige Reihenhängung und funktioniert gut bei Prints, die sich in der Höhe deutlich unterscheiden – etwa ein hohes Hochformat neben einem quadratischen.

Am besten für: 3–6 Prints in gemischten Formaten. Räume mit grafisch starken Prints wie Geometrics 2 by Jazzberry Blue, die von klaren architektonischen Linien profitieren.

Die wichtigste Regel: Eine Kante wählen und dabei bleiben. Die Oberkante ist die Standardwahl – sie gibt der Anordnung eine klare Begrenzung oben und lässt die Prints nach unten hin atmen.

5. Symmetrische Hängung

Zwei Prints, die ein zentrales Element flankieren (einen Spiegel, ein Fenster, ein großes Statement-Stück), oder eine ausgewogene Anordnung, die entlang einer vertikalen Achse gespiegelt ist. Symmetrische Hängung wirkt formal, beruhigend und sofort wie eine bewusste Entscheidung. Wie das Victoria and Albert Museum dokumentiert, sind symmetrische Arrangements seit der georgianischen Epoche ein fester Bestandteil häuslicher Interieurs.

Das ist der klassische Ansatz über Betten, Kaminen und Esstischen – überall dort, wo das Möbelstück darunter seine eigene Symmetrie mitbringt. Die Wandgestaltung spiegelt das Gleichgewicht des Raums wider.

Am besten für: 2, 4 oder 6 Prints in gepaarten Anordnungen. Über Betten, Kaminen oder Konsolentischen. Ruhige, ausgewogene Interieurs.

Die wichtigste Regel: Symmetrie ist alles oder nichts. Wenn linke und rechte Seite sich nicht exakt spiegeln, wirkt es wie ein Fehler – nicht wie eine Absicht.

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6. Treppenhängung

Prints folgen der diagonalen Linie eines Treppenhauses und steigen mit jedem Absatz auf (oder ab). Das ist eine der anspruchsvollsten Anordnungen, zugleich aber auch eine der eindrucksvollsten – eine Treppengalerie verwandelt einen reinen Durchgangsbereich in ein echtes Erlebnis.

Der Schlüssel liegt darin, dem Winkel des Handlaufs zu folgen, nicht dem der Stufen. Schneide Papiervorlagen aus, klebe sie an die Wand und tritt zurück, um die Linie vom Fuß der Treppe aus zu beurteilen – bevor du den ersten Nagel einschlägst.

Am besten für: 4–8 Prints in gemischten Formaten. Treppenhäuser mit mindestens 2 Metern Wandhöhe. Harmoniert gut mit der Eklektik des Salon-Stils.

Die wichtigste Regel: Einen gleichmäßigen Abstand zur Treppenlinie einhalten. Die Mittelpunkte der Prints sollten eine Linie beschreiben, die parallel zum Handlauf verläuft – etwa 145 cm über jeder Stufe.

7. Einzelhängung (Statement-Stück)

Manchmal reicht ein einziger Print. Ein großformatiges Stück – 70×100 cm auf Papier oder als Leinwandbild – das allein an einer Wand hängt, schafft Fokus und Ruhe. Nichts konkurriert um Aufmerksamkeit, nichts steht zum Vergleich daneben. Die Kunst spricht für sich.

Statement-Stücke entfalten ihre Wirkung am besten, wenn der Print markant genug ist, um die Wand allein zu tragen. Eine detailreiche japanische Landschaft wie Road to Nikko by Hasui oder eine große abstrakte Komposition füllen eine 3-Meter-Wand mühelos. Kleinere, zurückhaltendere Prints können ohne Begleitung verloren wirken.

Am besten für: Über Sofas, Betten oder Esstischen. Großformatige Prints (70×100 cm oder A0). Minimalistische Interieurs, in denen jedes Objekt seinen Platz verdienen muss.

Die wichtigste Regel: Der Print sollte zwei Drittel der Wandbreite füllen oder mittig über dem darunter stehenden Möbelstück platziert sein. Ein kleiner Print an einer großen Wand wirkt einsam – nicht minimalistisch.

„Es gibt keine falsche Art, Kunst aufzuhängen – nur Methoden, die für bestimmte Räume besser funktionieren als andere. Ein Raster im Flur wirkt schnell institutionell. Eine Salon-Wand über dem Bett kann chaotisch wirken. Stimme die Methode auf den Raum ab."
— Kuriosis Studio Team

Welche Methode passt zu dir?

Kleine Wand / wenige Prints

Reihenhängung (3 Prints) oder symmetrische Hängung (2 Prints). Klar und proportional.

Große Wand / viele Prints

Salon-Stil oder Raster. Beide füllen große Flächen selbstbewusst.

Modern / Minimalistisch

Raster oder Einzelhängung. Lass der Architektur Raum zum Atmen.

Eklektisch / Persönlich

Salon-Stil oder Treppenhängung. Genieß die Mischung.

Prints, die zu jeder Hängemethode passen:

Der Kuriosis-Ansatz

Alle unsere Prints entstehen in unserem Berliner Studio mit archivfesten Pigmenttinten auf museumstauglichen Materialien. Ob du ein Raster aus sechs aufeinander abgestimmten Prints aufbaust oder eine Salon-Wand, die über Jahre wächst – Farbe und Qualität bleiben über alle Bestellungen hinweg konsistent.

Quellen & weiterführende Lektüre

Alle Art Prints bei Kuriosis entdecken →

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