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Japandi Bilder: Kunstdrucke für einen ruhigen Raum auswählen und aufhängen

Japandi Bilder, erklärt an Kunstdrucken aus unserem Berliner Studio: was der Stil ist, welche Farben und Motive passen, wie hoch ein Bild über Sofa oder Bett hängt und welche Rahmenfarbe dazu gehört.

Japandi Bilder: Japanese Azaleas von Ogawa Kazumasa, Kunstdruck im Eichenrahmen, in einem ruhigen Wohnzimmer an ein graues Sofa gelehnt

STILRATGEBER · 9 Min. Lesezeit · Kuriosis Studio Team, Berlin · Oktober 2026

Japandi Bilder sind eine Frage der Zurückhaltung: ein Kunstdruck mit gedämpfter Palette und schlichtem Holzrahmen, mit Luft drumherum aufgehängt. Dieser Ratgeber erklärt, was der Stil ist, welche Farben und Motive passen, wie hoch ein Bild über Sofa oder Bett hängt und welcher Rahmen dazu gehört. Die Beispiele sind Kunstdrucke aus unserem Berliner Studio.

Was ist der Japandi-Stil?

Japandi ist ein Einrichtungsstil, der japanischen Minimalismus mit skandinavischer Schlichtheit verbindet: natürliche Materialien, niedrige Möbel, wenige Gegenstände und Wände in gebrochenem Weiß, Beige oder sanftem Grau (Wikipedia). Das Wort setzt sich aus „Japan“ und „Scandi“ zusammen. Laut Jens Sejrup, außerordentlichem Professor für Japanstudien an der Universität Kopenhagen, tauchte der Begriff Mitte der 2010er-Jahre auf; der australische Daily Telegraph beschrieb ihn im Dezember 2016 als Trend, und Designmagazine griffen ihn in den beiden folgenden Jahren auf (Danish Architecture Center).

Der Stil hat ältere Wurzeln als das Wort. Arnold Krog, künstlerischer Leiter der Königlichen Porzellanmanufaktur in Kopenhagen, brachte eine japanisch inspirierte Bildsprache in die Dekore der Manufaktur, nachdem er 1886 in Paris die Sammlung japanischer Kunst eines Kunsthändlers gesehen hatte, und Finn Juhl nannte 1957 eine Möbelserie „Japan“ (Danish Architecture Center). Im November 2015 eröffnete das Designmuseum Danmark „Learning from Japan“ (Von Japan lernen), eine Ausstellung mit mehr als 400 Werken, die japanische Objekte neben die dänischen Entwürfe stellte, die sie angeregt hatten. Das Museum hat eine praktische Erklärung für diese Verwandtschaft: Weder Dänemark noch Japan haben viele eigene Bodenschätze, Metalle oder Brennstoffe. Japan, von Wald bedeckt, machte Holz zum Material für Häuser und Möbel, und dänische Designer arbeiteten mit denselben schlichten Materialien aus der Region (Designmuseum Danmark).

Hinter dem Stil stehen zwei Ideen. Wabi-sabi ist, wie der Galerist Hirose Ichirō für Japan House London erklärt, die Schönheit, die man in Einfachheit und Unvollkommenheit findet. Die Wörterbuchdefinition, die er zitiert, spricht davon, „die Veränderungen anzunehmen, die der Lauf der Zeit bewirkt“ (Japan House London). Hygge, die dänische Hälfte, heißt „eine warme Atmosphäre schaffen und die guten Dinge des Lebens mit guten Menschen genießen“ (VisitDenmark). An der Wand bedeutet das: ein Kunstdruck, der nicht schreit, und ein Raum, der ein wenig leer bleiben darf.

Was Japandi Bilder ausmacht

Drei Dinge lassen einen Kunstdruck als Japandi wirken: eine gedämpfte Palette, eine sichtbare Spur von Hand oder Material und leerer Raum um das Bild und darin. Nimm Wheatear in Bamboo von Ohara Koson, den Kunstdruck in der ersten Reihe weiter unten. Der Papierton macht den größten Teil des Bildes aus, die Bambusblätter sind die einzige kräftige Farbe, und die Bildmitte bleibt leer. Es ist ein Holzschnitt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, und er sieht immer noch aus, als wäre er dieses Jahr entstanden.

Der leere Raum hat im Japanischen einen Namen. Hara Kenya, Kreativdirektor von MUJI, beschreibt „ma“ als räumliche oder zeitliche Lücke zwischen Dingen und „yohaku“ als den leeren Raum, der etwas umgibt. Er zitiert ein Kompendium der Maltechnik: „Leerstellen sind Teil des Bildes und werden vom Herzen gefüllt“ (Japan House London). Die Tokonoma, die Nische im traditionellen japanischen Zimmer, ist der Platz für eine einzige Bildrolle, einen Gegenstand oder ein Blumengesteck (Wikipedia). Das ist die klarste Regel für eine Japandi-Wand: ein Kunstdruck dort, wo du vielleicht drei aufgehängt hättest.

Welche Farben passen in einen Japandi-Raum?

Ein Japandi-Raum lebt von warmen Neutraltönen (Sand, Creme, Hafer und Taubengrau) mit wenigen dunkleren Akzenten wie Schiefer, Sturmblau oder Schwarz (Chairish) und von Holz in jeder Schattierung von heller Esche bis zu dunkler Eiche. Die Kunst sollte in diesem Bereich bleiben. Dezeens Übersicht von Japandi-Wohnzimmern zeigt in jedem Raum dieselben Zutaten: viel Holz, kahle Zweige oder Trockenblumen und Wände in Beige oder ganz leer gelassen (Dezeen).

Für Kunstdrucke heißt das: Es gibt zwei Wege, die fast immer gut gehen. Der erste ist ein Motiv auf hellem Grund, wie die Azaleen oben auf dieser Seite, die Ogawa Kazumasa vor graublauem Himmel fotografiert hat. Der zweite ist eine Landschaft in zwei oder drei nah beieinanderliegenden Farben: das Ocker der Gräser und das Petrol des Wassers in Late Autumn in Ichikawa von Hasui oder die Grüntöne von Morning at Tsutanuma Pond. Ein Kunstdruck mit einer einzigen Akzentfarbe, etwa dem zinnoberroten Tor in Hasuis Kasuga Shrine, funktioniert, wenn diese Farbe sonst nirgends im Raum vorkommt.

Welche Bilder passen zu Japandi?

Japanische Holzschnitt-Landschaften aus der Shin-hanga-Zeit, Blumenstudien auf schlichtem Papier und ruhige abstrakte Arbeiten in Erdtönen passen alle, weil sie die gedämpfte Palette und den leeren Raum teilen, die der Stil verlangt. Shin-hanga, die Bewegung der „neuen Drucke“ von etwa 1915 bis 1942, behielt die traditionelle Holzschnitttechnik bei und nahm westliche Vorstellungen von Licht und Atmosphäre auf (Wikipedia). Das Smithsonian National Museum of Asian Art beschreibt die Ergebnisse als „atmosphärische Landschaften und Stadtansichten, die an Claude Monet und James McNeill Whistler erinnern“, und hebt Kawase Hasui für seine Darstellungen von Licht und Wetter hervor (National Museum of Asian Art). Wenn uns jemand nach etwas Ruhigem fragt, sind Hasuis Seen und Häfen die Kunstdrucke, die wir als Erstes zeigen.

Zwei Arten von Drucken funktionieren weniger gut. Plakative Werbeposter mit großer Schrift holen den Lärm der Straße in einen ruhigen Raum, und dichte Bilderwände aus kleinen Rahmen nehmen dem Stil den leeren Raum, der ihn ausmacht. Wenn du beides magst: Unser Ratgeber zu japanischer Wandkunst behandelt die lautere Seite japanischer Drucke, von Hokusais Wellen bis zu Kuniyoshis Kriegern, und zeigt, wohin sie gehören.

Palette

Halte den Kunstdruck neben die Wand und den Boden. Bringt er mehr als eine Farbe mit, die der Raum noch nicht hat, beißt er sich mit den Möbeln. Papierton, Grau, Grün und Ocker gehen fast immer durch.

Material

Holzschnitte zeigen die Maserung des Druckstocks und wie fest die Hand des Druckers aufgedrückt hat. Auf mattem Fine Art Paper bleibt diese Textur lesbar; auf Leinwand wird sie weicher. Beides passt gut zu Holz und Leinen.

Freiraum

Lass auf jeder Seite mindestens die Breite des Rahmens frei, und darüber bleibt die Wand leer. Ein Kunstdruck in 50 × 70 cm braucht etwa 1,5 m freie Wand, um zu atmen.

Licht

Japandi-Räume setzen auf indirektes, warmes Licht. Ein Kunstdruck, der seitlich von einem Fenster oder einer niedrigen Lampe beleuchtet wird, wirkt besser als einer unter einem Deckenspot, und helle Motive behalten bei wenig Licht ihre Tiefe, dunkle werden dann zur stumpfen Fläche.

„In Skandinavien wie in Japan gibt es ein gemeinsames Verständnis und einen Respekt für den Einsatz natürlicher Materialien in Design und Architektur, eine Vorliebe für gedämpfte Farbpaletten und einen bescheidenen Zugang zum Ausdruck durch echtes Handwerk.“
Jonas Bjerre-Poulsen, Norm Architects, in Livingetc

Japandi-Wohnzimmer: ein Kunstdruck über dem Sofa

Im Japandi-Wohnzimmer hängst du einen Kunstdruck über das Sofa, etwa zwei Drittel so breit wie das Sofa, mit der Bildmitte 145 bis 152 cm über dem Boden. Die Breitenregel ist der eine Punkt, in dem sich die Einrichtungsratgeber einig sind, die wir verglichen haben: 1stDibs und Studio McGee setzen Kunst über dem Sofa beide auf etwa zwei Drittel der Möbelbreite (1stDibs, Studio McGee). Bei einem 2 m breiten Sofa läuft das auf einen Kunstdruck in 70 × 100 cm im Querformat hinaus, oder auf 50 × 70 cm, wenn das Sofa kurz ist.

Bei der Höhe gehen die Ratgeber auseinander, deshalb nennen wir die Spanne. 1stDibs setzt die durchschnittliche Augenhöhe bei 145 bis 152 cm an (57 bis 60 Zoll); Studio McGee nimmt 152 cm. Über Möbeln zählt aber der Abstand mehr als die Mittellinie. Studio McGee lässt 10 bis 15 cm zwischen Sofalehne und Rahmenunterkante, 1stDibs 20 bis 25 cm. Wir hängen bei etwa 20 cm. Hängt der Rahmen tiefer, stößt man mit dem Kopf daran; hängt er höher, verliert der Kunstdruck die Verbindung zum Sofa, zu dem er gehört.

Wähle das Motiv nach dem Licht im Raum. Ein heller Raum mit hellem Holz verträgt eine Landschaft mit viel Himmel, etwa Mount Fuji from Lake Yamanaka von Takahashi Shōtei. In einen Raum mit dunklerem Holz und einem anthrazitfarbenen Sofa passt Hasuis Road to Nikko, dessen tiefes Grün das Holz aufnimmt, ohne eine neue Farbe hinzuzufügen.

Japandi-Kunstdrucke ansehen →

Japandi-Schlafzimmer: ruhiger und tiefer

Im Japandi-Schlafzimmer hängt der Kunstdruck über dem Bett, tiefer als im Wohnzimmer und mit einer dunkleren oder weicheren Palette als der Rest der Wohnung. Das Bett ist der einzige Ort, an dem du die Wand im Liegen ansiehst, deshalb senken wir die Bildmitte auf etwa 140 cm und lassen 15 bis 20 cm zwischen Kopfteil und Rahmenunterkante. Unser Ratgeber dazu, was über dem Bett hängt, hat die Breitenregeln für Einzel-, Doppel- und Kingsize-Betten.

Nachtszenen passen in diesen Raum. Hasuis Spring Evening at Inokashira Park ist fast ganz blau und violett, mit einem Mond und Kirschbäumen, die sich im Wasser spiegeln; vom anderen Ende des Zimmers wirkt es wie ein einziger dunkler Ton, und erst aus der Nähe zeigt es seine Details. Eine helle Alternative ist Lotus Flower von Ogawa Kazumasa, eine einzelne Blüte vor dem Himmel, die in einem Raum mit weißen Wänden und hellem Leinen dasselbe leistet.

Kunstdrucke kombinieren: Paare statt Bilderwände

Eine Bilderwand kann in einem Japandi-Raum funktionieren, wenn du sie wie ein einziges Objekt behandelst: zwei oder drei Kunstdrucke in derselben Größe, im selben Rahmen, 5 bis 8 cm auseinander, als ein Block aufgehängt. Studio McGee empfiehlt 5 bis 8 cm (2 bis 3 Zoll) zwischen den Rahmen einer Gruppe (Studio McGee), und der enge Abstand hält die Gruppe als eine Form zusammen, mit Luft drumherum. Alles, was lockerer hängt, kippt in die Petersburger Hängung, die dieser Stil meidet. Unser Ratgeber zur Bilderwand zeigt alle Anordnungen, und die sieben Wege, Kunstdrucke aufzuhängen, erklären, woher Raster und Reihe kommen.

Paare sind einfacher. Zwei Hasui-Landschaften derselben Jahreszeit hängen gut nebeneinander, weil sie dasselbe Hochformat und eine ähnliche Palette teilen. Nenokuchi Lake und Late Autumn in Ichikawa haben beide petrolfarbenes Wasser und ein warmes Ufer und vertragen sich ohne Mühe. Eine Blumenstudie und eine Landschaft sind schwerer zu paaren; wenn du beides willst, häng sie an verschiedene Wände.

Ruhigere Kunstdrucke, die zur ersten Reihe passen:

Welche Rahmenfarbe für Japandi-Kunstdrucke?

Eiche ist der Standardrahmen für Japandi Bilder, weil der Stil auf hellem Holz aufbaut und der Rahmen dann kaum noch auffällt. Schwarz funktioniert, wo der Raum schon schwarze Akzente hat, etwa eine Stahllampe oder dunkle Fensterrahmen, und es schärft einen hellen Kunstdruck wie die Azaleen. Braun passt zu Räumen mit Möbeln aus Nussbaum oder Räuchereiche. Wofür du dich auch entscheidest: Nimm dieselbe Farbe für jeden Kunstdruck im Raum; gemischte Rahmen bringen die Unruhe hinein, die der Stil gerade loswerden will.

Papier oder Leinwand ist eine eigene Entscheidung. Holzschnitte und Blumenfotografien behalten ihre feinen Linien auf mattem Fine Art Paper, und das Acrylglas des Rahmens schützt das Papier. Ein Leinwandbild hat kein Glas und keine Spiegelung, was zu einem Raum mit niedriger Lampe passt, und die Struktur der Leinwand fügt sich ruhig neben Leinen und Holz ein. Unser Ratgeber Leinwandbild vs. Kunstdruck geht die Unterschiede durch.

Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Japandi und skandinavischem Stil?

Japandi geht vom skandinavischen Design aus, einer Bewegung für Einfachheit und Funktion, die im frühen zwanzigsten Jahrhundert Form annahm und in den 1950er-Jahren ihre Blüte hatte (Wikipedia), und fügt die japanische Vorliebe für niedrigere Möbel, Unvollkommenheit und leeren Raum hinzu, oft auch dunkleres Holz. An der Wand zeigt sich das in weniger Bildern, gedämpfteren Farben und einem Rahmen, der zu den Möbeln passt, wo der skandinavische Stil einen weißen Rahmen nehmen würde.

Ist Japandi noch im Trend?

Ja. Livingetc berichtete im März 2025, dass die Google-Suchen nach „Japandi“ im Jahresvergleich um 48 Prozent gestiegen waren (Livingetc), und im Juni 2026 zeigte das Kopenhagener Festival 3 Days of Design sieben Ausstellungen zu japanischem Design; Yoshiyuki Miyamae von Issey Miyake sagte Dezeen: „Dänisches Design und japanisches Design sind, finde ich, sehr ähnlich“ (Dezeen). Der dänische Strang allein reicht bis zu Krogs Porzellan der 1880er-Jahre zurück.

Funktioniert eine Bilderwand in einem Japandi-Raum?

Nur eine enge: zwei oder drei Kunstdrucke in einer Größe und mit demselben Rahmen, 5 bis 8 cm auseinander, als ein Block aufgehängt, mit leerer Wand drumherum. Gemischte Größen und Rahmen gehören zu anderen Stilen.

Welche Kunstdruck-Größe für ein kleines Japandi-Zimmer?

Wähle nach dem Betrachtungsabstand. Ab etwa 1,7 m erfasst du einen Kunstdruck in 50 × 70 cm als Ganzes; ab 2,4 m funktioniert 70 × 100 cm. In einem kleinen Zimmer bringt ein Kunstdruck in 50 × 70 cm an der Hauptwand meist mehr als zwei A3-Drucke. Unser Ratgeber zur Kunstdruck-Größe nennt die Abstände für jedes Format.

Wie wir sie herstellen

Jeder Kunstdruck auf dieser Seite entsteht in unserem eigenen Studio in Berlin, mit archivfesten Pigmenttinten auf Fine Art Paper oder Leinwand. Wir drucken, rahmen und verpacken jeden selbst, er ist also durch unsere Hände gegangen, bevor er an deine Wand kommt.

Quellen und weiterführende Lektüre

Alle Japandi-Kunstdrucke ansehen →

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